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Mit Mietgeräten liebäugeln

Von Katja Fischer (dpa)
Datum: 01.07.24
Gemietete Hausgeräte werden meist vom Anbieter geliefert, installiert und auch repariert. Foto: Ole Spata (dpa)
Gemietete Hausgeräte werden meist vom Anbieter geliefert, installiert und auch repariert. Foto: Ole Spata (dpa)

Man spart den Anschaffungspreis und Geld für Reparaturen: Dinge zu mieten, hat Vorteile. Wann das auch bei Kühlschrank und Waschmaschine Sinn machen kann – und wann nicht.

Fahrräder, Handys, Laptops, Kinderwagen: Vieles kann man heute mieten. Das kann praktisch sein, doch wie sieht das bei Hausgeräten aus, also der Wasch- oder Spülmaschine oder dem Kühlschrank?

„Das Vermieten von Hausgeräten ist bisher nur ein Geschäftskonzept in der Nische“, sagt Eva Stüber vom Institut für Handelsforschung Köln. „Besser läuft es bei Elektronikprodukten mit kürzeren Lebenszyklen wie Handys oder Tablets. Hausgeräte sind dagegen langlebiger und werden seltener ausgetauscht.“ Das bestätigt auch Claudia Oberascher von der Initiative Hausgeräte plus: „Bisher hat sich das Mietmodell im Bereich Hausgeräte noch nicht durchgesetzt, obwohl es für bestimmte Zielgruppen interessant ist, nämlich für Kunden, die nur einen kurzfristigen Bedarf an diesen Geräten haben.“ Man bekommt das gewünschte Gerät meist zu einem monatlichen Festbetrag. Je nach Anbieter wird es geliefert, installiert und auch repariert. Kunden haben also keine hohen Anschaffungskosten und müssen sich um etwaige Kosten für Reparaturen keine Gedanken machen. Und man kann auch hochwertige Geräte mieten, die weniger Strom verbrauchen.

„Ein großer Vorteil des Mietmodells ist, dass sich Leute, die häufiger umziehen, relativ preiswert mit qualitativ hochwertigen Hausgeräten versorgen können“, sagt Oberascher, und auch Stüber bestätigt: „Mieten kann auch für jene Kundinnen und Kunden interessant sein, die ein neues, relativ teures Gerät erst einmal ausprobieren wollen, bevor sie es endgültig kaufen.“

Im Normalfall werden Hausgeräte aber in den Familien und auch in Singlehaushalten über viele Jahre intensiv genutzt. „Damit sind sie schlechte Kandidaten für Mietmodelle“, sagt Philip Heldt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Bei langen Laufzeiten von 15 Jahren und mehr würden sich die Mietkosten am Ende auf ein Vielfaches des Kaufpreises summieren.“ Mietmodelle würden sich allenfalls bei nur selten genutzten Dingen lohnen. Etwa Surfbretter. „Die kann man sich für den Urlaub leihen, statt sie zu kaufen und dann zu Hause aufzubewahren.“ Und wer ein Hausgerät mieten möchte, rechnet vorher am besten genau nach: Lohnt sich das wirklich für mich oder ist der Kauf – etwa eines aufgearbeiteten Geräts – vielleicht doch passender für mich?

„Wenn ich eine hochwertige Waschmaschine nur für ein oder zwei Jahre miete, ist das in Ordnung“, sagt Oberascher. „Auch bei längerer Mietdauer, wenn mir der Komfort wichtiger ist als die Kosten.“ Doch die Monatsmiete ist nicht alles. „Neben Mietrate und Mietdauer ist auch wichtig, ob es sich um ein neues oder ein gebrauchtes aufbereitetes Gerät handelt. Sind Reparaturen inklusive? Was geschieht nach Ablauf der Mietzeit?“, so Stüber. Ebenfalls wichtig: Wird das Gerät abgeholt? Sind Abholung und Entsorgung im Mietpreis enthalten? Gibt es eine Möglichkeit der Übernahme des Geräts nach Vertragsende durch den Mietenden? All diese Fragen sollten Kunden vorab stellen – und den Vertrag gut durchlesen.

Übrigens: Aus Umwelt- und Nachhaltigkeitsgründen kann das Mieten von Hausgeräten durchaus Vorteile haben. Denn die Geräte werden meist nach dem Mietende wieder aufbereitet und vermietet.

Ratgeber

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